Warum ich neben meinem Vollzeitjob ein Business aufbaue

Hallo du Wundervolle,

ich gehöre noch zu der Generation, der die Eltern geraten haben: „Mach etwas Vernünftiges.“

„Du musst eine Ausbildung bei einem Arbeitgeber machen und dir anschließend eine feste Stelle suchen, bei der du lange bleiben kannst.“

„Nach der Schule darf keine Lücke entstehen. Das macht keinen guten Eindruck.“

„Zu viele Jobwechsel sehen im Lebenslauf nicht gut aus. Such dir etwas Festes und bleib dort.“

Nach dem Abitur wollte ich zunächst Lehramt studieren. Da ich keinen Studienplatz bekam, entschied ich mich für ein freiwilliges soziales Jahr als Schulbegleitung. Währenddessen änderte ich meinen Plan und begann anschließend eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Danach absolvierte ich berufsbegleitend ein Studium im Bereich Wirtschaftspsychologie.

Ich habe gearbeitet, mich weiterentwickelt und mir Schritt für Schritt einen sicheren beruflichen Weg aufgebaut – so, wie es mir die Erwachsenen vorgelebt und gepredigt hatten. Heute arbeite ich als IT-Projektmanagerin. Ein Weg, der auf dem Papier absolut sinnvoll aussieht.

Während meines Berufslebens begegnete mir allerdings immer wieder ein Thema: Coaching.

In einer meiner früheren Positionen war ich für die Steuerung von zwei Callcentern verantwortlich. Diese nahmen für unser Unternehmen telefonische Anfragen entgegen und bearbeiteten die Anliegen unserer Kundinnen und Kunden über verschiedene Eingangskanäle.

Mein eigentlicher Schwerpunkt lag auf der Steuerung der Callcenter anhand von Kennzahlen, der Erstellung von Reportings sowie der Analyse und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen und deren Qualitätssicherung. Gleichzeitig erstellte ich Schulungsunterlagen, hielt die dazugehörigen Schulungen und führte Mitarbeitercoachings durch.

Diese Aufgaben gehörten nie zu meinem eigentlichen Schwerpunkt – und genau das habe ich gespürt. Sobald ich direkt mit den Mitarbeitenden arbeiten und sie vor Ort unterstützen konnte, sei es bei systemischen, fachlichen oder kommunikativen Fragen, war da plötzlich so viel Freude und Begeisterung. Es machte mir Spaß, ihnen Themen zu vermitteln und diese anschließend in Einzelcoachings zu vertiefen.

Innerlich war ich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite wollte ich meiner Leidenschaft folgen. Auf der anderen Seite konnte ich in meinem bisherigen Bereich Karriere machen. Er liegt mir, bietet Sicherheit und entspricht genau dem, was die Erwachsenen früher unter einem vernünftigen Berufsweg verstanden haben.

Die Zeit verging. Der Gedanke an ein eigenes Coaching-Business tauchte immer wieder auf – und genauso oft verwarf ich ihn wieder.

Währenddessen wurde die Generation nach mir erwachsen. Ich beobachtete Menschen, die ihre beruflichen Vorstellungen selbstverständlicher hinterfragten, eigene Projekte starteten und online Geld verdienten. Sie fragten nicht nur: Welcher Beruf ist sicher? Sondern auch: Passt diese Arbeit zu meinem Leben? Möchte ich wirklich 40 Stunden pro Woche dafür einsetzen? Und was möchte ich eigentlich selbst?

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das bewundert. Gleichzeitig dachte ich: Das könnte ich niemals.

Im Sommer 2025 holte mich dann das Leben ein. Ich bekam gesundheitliche Probleme, die mich für den Rest meines Lebens begleiten werden. Es dauerte einige Zeit, bis ich mich auf meine neue Lebenssituation eingestellt hatte.

In dieser Phase zog ich außerdem mit meinem Freund zusammen, der mir bis heute eine unfassbare Unterstützung ist. Während ich versuchte herauszufinden, wie ich meinen Job, unseren Haushalt und mein Sozialleben unter einen Hut bekommen sollte, klopfte der Gedanke ans Coaching immer häufiger bei mir an.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade mein eigenes Coaching abgeschlossen. In mir war vieles im Wandel. Gleichzeitig beobachtete ich immer wieder Menschen, die ein Business starteten oder sich nebenberuflich selbstständig machten.

Während ich darüber grübelte, ob das auch für mich eine gute Idee sein könnte, meldete sich jemand zu Wort, der mich schon mein ganzes Leben begleitet: Rolf-Dieter, mein innerer Kritiker. Hier füge ich dir natürlich noch ein Bild ein, damit du ihn dir auch vorstellen kannst. 😉

Das ist mein innerer Kritiker 💁🏻‍♀️ Rolf-SDeter
Das ist er – Mein innerer Kritiker: Rolf-Dieter

Rolf-Dieter machte sehr deutlich, dass er von der Idee überhaupt nichts hielt.

Ein eigenes Business ist schließlich nicht sicher. Wer garantiert mir, dass es funktioniert? Was passiert, wenn ich irgendwann ohne Job dastehe, mich nicht mehr finanzieren kann und am Ende auf der Straße sitze?

Seine Einwände waren laut. Trotzdem ließ mich das Coaching als Herzensprojekt nicht mehr los.

Ich möchte insbesondere Frauen helfen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich. Ich möchte sie in ihrem Prozess begleiten und miterleben, wie die ersten Erfolgserlebnisse entstehen. Wie sie erkennen, dass ihr Leben auch anders funktionieren kann.

Ich wünsche mir von Herzen, dass Frauen wieder für sich einstehen. Dass sie bewusst wahrnehmen, was sie im Würgegriff hält, und beginnen, sich daraus zu befreien.

Diesen Weg bin ich selbst gemeinsam mit meinem Coach gegangen. Sie hat mich durch die schlimmste Zeit meines Lebens begleitet und war bei allen Höhen und Tiefen an meiner Seite. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, was Coaching bewirken kann. Genau das möchte ich in die Welt tragen.

Deshalb ist es für mich nicht einfach irgendeine Geschäftsidee. Es ist mein Herzensprojekt.

Vor ein paar Tagen habe ich schließlich eine Entscheidung getroffen: Ich gehe jetzt los. Ich baue mein Coaching-Business auf und trage meine Arbeit in die Welt hinaus.

Ich kann dir nicht genau sagen, was diese Entscheidung ausgelöst hat. Es gab keine besondere Situation und keinen lebensverändernden Schlüsselmoment. Ich saß nach der Arbeit auf der Couch und scrollte durch Social Media. Dort sah ich wieder einige Videos von Menschen, die ihr eigenes Business aufgebaut hatten.

Und dann war die Entscheidung plötzlich da.

Ich stand sofort auf und ging an meinen Rechner. Es war, als wäre ein Knoten geplatzt.

Dabei ist für mich klar: Ich werde nicht von heute auf morgen meinen sicheren Vollzeitjob aufgeben. Mein Business entsteht nebenberuflich. Das bedeutet, dass mir nicht unbegrenzt Zeit und Energie zur Verfügung stehen und ich den Aufbau an meine gesundheitliche Situation anpassen muss.

Trotzdem möchte ich nicht länger auf den perfekten Zeitpunkt warten. Denn wahrscheinlich wird es diesen Zeitpunkt nie geben. Der nebenberufliche Aufbau gibt mir die Möglichkeit, meine Idee Schritt für Schritt zu entwickeln, Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, was meine zukünftigen Kundinnen wirklich brauchen, ohne dabei die Sicherheit meines bisherigen Berufslebens sofort aufzugeben.

Für mich ist das kein halbherziger Kompromiss. Es ist der Weg, der gerade realistisch zu meinem Leben passt.

Ich weiß noch nicht genau, wie der gesamte Weg aussehen wird. Aber ich vertraue darauf, dass ich die nächsten Schritte finden werde, um meiner Mission zu folgen und aus meinen Gedanken Wirklichkeit werden zu lassen.

Dabei starte ich nicht bei null. Ich habe bereits Coachings im beruflichen Umfeld entwickelt und durchgeführt, selbst an einem Coaching zu meiner persönlichen Entwicklung teilgenommen und durch mein Studium der Wirtschaftspsychologie fachliche Grundlagen mitgebracht. Das bedeutet nicht, dass ich schon alles kann oder bereits alle Antworten kenne. Aber es gibt mir eine gute Grundlage, auf der ich jetzt bewusst aufbauen kann.

Wenn du mehr über meine persönliche Geschichte erfahren möchtest, schau gerne im Blogbereich „Weg vom Funktionieren“ vorbei. Dort erzähle ich ausführlicher, was mich an diesen Punkt gebracht hat.

Hier wird es ab jetzt etwas businesslastiger. Ich nehme dich ehrlich mit in den Aufbau meines Herzensprojekts: Welche Entscheidungen ich treffe, wie ich mir neben meinem Vollzeitjob eine tragfähige Arbeitsstruktur aufbaue, welche Aufgaben ich erledige, wo ich Fehler mache und wie sich mein Business Schritt für Schritt entwickelt.

Ich hoffe, du bist weiterhin dabei und begleitest mich auf meinem Weg zu meinem Herzensbusiness.

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