Hallo du Wundervolle,
ich möchte dir heute erzählen, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass ich mich entschieden habe, jetzt wirklich zu starten.
Oder anders gesagt: von dem Moment, in dem aus einem Gedanken, der mich schon sehr lange begleitet, plötzlich eine echte Entscheidung wurde.
Dem Moment, in dem ich dachte: „Scheiße. Ich glaube, diesmal meine ich es wirklich ernst.“
Dafür müssen wir allerdings erst einmal einen kleinen Ausflug in meine Vergangenheit machen.
Schon zu Schulzeiten habe ich immer wieder gemerkt, wie viel Spaß und Freude es mir macht, Anderen etwas zu vermitteln und diesen Moment mitzuerleben, in dem es beim Gegenüber plötzlich Klick macht.
Genau deshalb wollte ich nach dem Abi eigentlich Lehramt studieren. Mein Abischnitt war mit einer Drei allerdings nicht gut genug für den Studienplatz, den ich mir vorgestellt hatte. Also entschied ich mich zunächst für ein Freiwilliges Soziales Jahr als Schulbegleitung.
Ich begleitete ein herzkrankes Kind und bekam dadurch gleichzeitig die Möglichkeit, den Alltag an einer Grundschule ziemlich unmittelbar mitzuerleben. Dabei merkte ich schnell, was für mich funktionierte – und was nicht.
Eine Situation aus dieser Zeit werde ich wahrscheinlich nie vergessen.
Zwei Freundinnen meines Begleitkindes hatten in einem Mathetest schlechte Noten geschrieben und der nächste Test stand bevor. Also setzte ich mich mit den beiden in eine Ecke. Wir übten zusammen, ich erklärte ihnen die Aufgaben und versuchte, einen Weg zu finden, wie sie den Stoff verstehen konnten.
Dann kam der Tag des Tests.
Ich war vermutlich mindestens genauso nervös wie die beiden.
Als sie ihre Tests zurückbekamen, kam zuerst mein Begleitkind zu mir, um mir ihren zu zeigen. Und plötzlich hörte ich nur:
„Jessi, Jessi, schau mal! Wir haben eine gute Note geschrieben!“
Die beiden waren so glücklich.
Und ich war es auch.
Genau das war es, was ich machen wollte: einem Menschen etwas mitzugeben und mitzuerleben, was passiert, wenn plötzlich etwas verständlich wird, das vorher schwierig erschien.
Gleichzeitig merkte ich während meines FSJ aber auch, dass der klassische Schulalltag und vor allem die Arbeit mit einem ganzen Klassenverband für mich nicht das Richtige waren. Also verabschiedete ich mich vom Lehramtsstudium und entschied mich stattdessen für eine Ausbildung.
Das Thema kam trotzdem immer wieder zurück
Die Inhalte meiner Ausbildung fielen mir ziemlich leicht und ich bekam unter anderem fundiertes Wissen rund um Preiskalkulation, Vertragswesen und Buchhaltung vermittelt.
Eine meiner Mit-Auszubildenden hatte es mit einigen Themen deutlich schwerer.
Und wieder machte ich dieselbe Erfahrung wie zuvor in der Schule: Ich konnte mich darauf einstellen, wie mein Gegenüber etwas erklärt bekommen musste, damit es verständlich wurde.
Aus ihrer Angst, die Prüfungen möglicherweise nicht zu bestehen, wurde am Ende ein solides Bestehen.
Auch später im Berufsleben begegnete mir dieses Thema immer wieder.
Wie ich bereits in einem meiner vorherigen Artikel erzählt habe, gehörten irgendwann auch das Erstellen und Halten von Schulungen sowie Mitarbeitercoachings zu meinen Aufgaben.
Rückblickend würde ich sagen: Das Coaching und meine Fähigkeit, mich auf mein Gegenüber einzulassen und Menschen auf Augenhöhe genau dort abzuholen, wo sie gerade stehen, waren irgendwie meine geheime Superpower.
Nur habe ich das damals selbst noch nicht unbedingt so gesehen.
Seit ich als IT-Projektmanagerin arbeite, habe ich diese direkte Berührung mit Coaching in meinem beruflichen Alltag nicht mehr in derselben Form.
Dafür saß ich plötzlich auf der anderen Seite.
Ich habe selbst an zwei Coachings teilgenommen, die für mich und meine persönliche Entwicklung unglaublich viel verändert haben. Und ich durfte erleben, was passieren kann, wenn jemand einen dabei begleitet, einen wirklich großen Schritt für sich selbst zu gehen.
Das Thema war also nie wirklich verschwunden.
Warum habe ich dann nicht längst angefangen?
Ganz einfach: Es war nie der richtige Zeitpunkt.
Zumindest habe ich mir das erzählt.
Mal war ich zu jung. Mal gab es andere Themen in meinem Leben, die meine Aufmerksamkeit gebraucht haben. Und außerdem hatte ich doch einen sicheren Job.
Warum sollte ich das aufs Spiel setzen?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Rolf-Dieter sein Übriges dazu beigetragen hat, mich schön in meiner Komfortzone zu halten.
Mit der Zeit passierte allerdings etwas.
Die Stimme in mir, die diesen Wunsch schon so lange mit sich herumtrug, wurde immer lauter.
Aus einem leisen Flüstern von „Du könntest es doch irgendwann mal versuchen …“ wurde nach und nach eine Stimme, die sich nicht mehr ganz so einfach überhören ließ.
Und dann saß ich eines Abends auf meiner Couch.
Ich scrollte durch Social Media und sah mal wieder einen jungen Menschen, der neben seinem Job angefangen hatte, sein eigenes Business aufzubauen – und damit erfolgreich war.
Und irgendwie machte es einfach Klick.
Kein großes Ereignis. Keine monatelang vorbereitete Entscheidung. Kein perfekt ausgearbeiteter Businessplan.
Ich saß einfach auf meiner Couch und dachte:
Warum eigentlich nicht?
Warum versuche ich es eigentlich nicht?
Es gibt Menschen, die starten neben ihrem Job. Es gibt Menschen, die sich etwas Eigenes aufbauen. Und ich sitze hier seit Jahren mit diesem Gedanken im Kopf und finde immer wieder einen Grund, warum ausgerechnet jetzt nicht der richtige Zeitpunkt sein soll.
Rolf-Dieter holte vermutlich gerade Luft, um mir ausführlich zu erklären, warum das alles eine ganz schlechte Idee ist.
Aber diesmal hatte er keine Chance.
Die Entscheidung war gefallen.
Was mich wirklich zurückgehalten hat
Wenn ich heute darüber nachdenke, waren es nämlich nicht nur der vermeintlich falsche Zeitpunkt oder mein sicherer Job.
Es war vor allem die Angst davor, mich wirklich zu zeigen.
Authentisch sichtbar zu werden bedeutet schließlich auch, zu akzeptieren, dass mich da draußen nicht jeder mögen wird.
Und noch schlimmer: Was, wenn ich mich zeige – und dann versage?
Was, wenn ich öffentlich erzähle, dass ich mir etwas aufbauen möchte, und es am Ende einfach nicht funktioniert?
Diese Gedanken haben mich lange regelrecht paralysiert.
Durch meine persönliche Entwicklung kann ich heute anders damit umgehen. Ich habe verstanden, dass ich meinen eigenen Wert nicht davon abhängig machen kann, wie andere Menschen mich beurteilen.
Und ich habe durch sehr viel Journaling angefangen, meine eigenen Fähigkeiten überhaupt wahrzunehmen, anstatt sie kleinzureden, nur weil sie sich für mich selbstverständlich anfühlen.
Ich kann Dinge.
Ich habe etwas mitzugeben.
Und vielleicht ist es langsam an der Zeit, das nicht mehr nur selbst zu wissen, sondern damit rauszugehen.
Entschieden. Aber noch lange nicht fertig geplant.
Diese Entscheidung ist jetzt gut zwei Wochen her.
Seitdem ist schon einiges passiert. Neben meinen ersten Blogartikeln habe ich mich auch um die weniger glamourösen Dinge gekümmert: Ich habe mein Gewerbe angemeldet, ein Geschäftskonto eröffnet und meine beiden TikTok-Accounts angelegt.
Was genau zwischen meiner Entscheidung und heute alles passiert ist, wird deshalb eines der nächsten Themen hier. Denn ehrlich gesagt ist in diesen zwei Wochen schon einiges zusammengekommen.
Was ich allerdings immer noch nicht habe?
Einen komplett ausgearbeiteten Plan.
Und wenn du mich ein bisschen kennst, weißt du vielleicht schon, wie ungewöhnlich das für mich ist.
Normalerweise möchte ich einen Plan für alles haben. Ich plane, prüfe, hinterfrage und versuche am liebsten schon vorher, jede mögliche Eventualität irgendwie abzuklären.
Diesmal ist es anders.
Ich habe eine Idee und eine Richtung, die ich weiterverfolgen möchte. Aber ich weiß heute noch nicht genau, was daraus entstehen wird oder wie der komplette Weg aussehen wird.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen all den Gedanken der vergangenen Jahre und dieser Entscheidung:
Ich warte diesmal nicht darauf, dass alle Unsicherheiten verschwunden sind, bevor ich losgehe.
Denn meine Angst vor dem Versagen ist nicht plötzlich weg.
Meine Angst vor Ablehnung übrigens auch nicht.
Ich habe mich trotzdem entschieden, loszugehen.
Weil ich weiß, dass ich mir für mein Arbeitsleben langfristig mehr Sinn und mehr Freiheit wünsche. Und weil ich herausfinden möchte, was passieren kann, wenn ich diesen Wunsch nicht wieder kleinrede, sondern ihm tatsächlich eine Chance gebe.
Ich habe mich entschieden, meine Komfortzone zu verlassen.
Nicht, weil ich plötzlich keine Angst mehr habe.
Sondern obwohl sie noch da ist.
Vielleicht kennst du diesen Punkt selbst. Vielleicht gibt es etwas, das schon lange irgendwo in deinem Hinterkopf herumspukt. Oder vielleicht hast du diesen Schritt sogar schon hinter dir.
Dann erzähl mir gerne in den Kommentaren davon.
Ich bin gespannt, wo du gerade auf deiner eigenen Reise stehst.

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